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Das Weltbild im Wandel

wir wissen erst seit etwa 100 Jahren, daß unser Universum aus zig Milliarden Galaxien besteht. Soweit ich weiß wird ihre Anzahl derzeit auf 170-200 Milliarden geschätzt. Unsere eigene Galaxis (die Milchstrasse) ist nur eine davon und von ihr wissen wir überhaupt erst seit rund 200 Jahren, daß es sich um eine Ansammlung unzähliger Einzelsterne handelt. Sie gehört zusammen mit der Andromeda-Galaxie, dem Dreiecksnebel M33 und ein paar duzend weiterer Zwerggalaxien zur sog. lokalen Gruppe, einem Bereich von 5-7 Mio Lichtjahren, dessen Erforschung noch andauert.

Hubble stellte den Zusammenhang zwischen Rotverschiebung und Entfernung her, zeigte 1923, daß der Andromeda-Nebel eine eigene Galaxie ist und stellte 1936 die erste Klassifizierung für Galaxien vor. Mit der Expansion des Universums beschäftigte sich auch Lemaître, der als Begründer der Urknall-Theorie gilt (1931).

Somit ist seit ein paar Jahrzehnten auch unsere Sonne aus dem Zentrum des Universums gerückt, wo sie ab dem 17. Jhr gesehen wurde, nachdem sich das geozentrische Weltbild (Ptolemäus) durch Kopernikus zum heliozentrischen Weltbild entwickelte.

Und wo liegt das Zentrum des Universums heute?

Die vermutlich unbefriedigende Antwort lautet: es gibt keins. Wie in einem aufgehenden Hefeteig aus Raum und Zeit driften die Galaxien auseinander und zwar um so schneller, je weiter sie voneinander entfernt sind. Der Urknall war keine Explosion, wie wir sie aus unserem Alltag her kennen, sondern war die Entstehung von Zeit, Raum und Materie. Seither driftet alles auseinander wie bei einem Luftballon, der aufgeblasen wird. Auf seiner Oberfläche gibt es auch kein Zentrum, sondern nur die Ausdehnung selbst.

Aber da die Materie im Universum relativ gleichmäßig verteilt ist, sieht es auch von jedem Ort aus betrachtet mehr oder weniger gleich aus. Insofern könnte man die Erde als "im Zentrum des beobachtbaren Universums" betrachten. Das sollte jedoch nicht mit dem ptolemäischen Weltbild verwechselt werden.


Ausblick

Unser Universum ist etwa 13,8 Mrd Jahre alt, unser Sonnensystem entstand vor etwa 4,6 Mrd Jahren, die ersten Mikroben tauchten etwa 600 Mio Jahre später auf und unsere Technik entwickelt sich erst seit ein paar Jahrhunderten.
Die Vorgänge am Firmament werden schon seit Menschengedenken beobachtet und so kennt man auch die Planeten (die 'Wanderer') schon sehr lange.

In vorchristlicher Zeit bestand alles Sein aus den vier Elementen Feuer, Wasser, Luft und Erde, im 4. Jhr v.Chr kam mit Aristoteles die Erkenntnis der kugelförmigen Erde, die auch von Ptolemäus übernommen wurde, wobei die Erde nördlich der Alpen vom 6. bis 12. Jhr sowohl als Scheibe als auch als Kugel angesehen wurde.

Ab 17. Jhr setzte sich nach und nach das heliozentrische Weltbild  durch, wir entdeckten noch drei weitere Planeten, Asteroidengürtel, Kuiperbelt und Oort'sche Wolke und Ende des 18. Jhr erkannten wir allmählich auch unsere eigene Galaxis.

Die Astronomie und die Mathematik sind die ältesten Wissenschaften überhaupt, jedoch blieben in früheren Zeiten astronomische Kenntnisse nur einigen wenigen vorbehalten und meist wurden sie in allen Kulturen vor allem für religiöse Riten genutzt.

Heutzutage stehen auch dem interessierten Laien allerlei Literatur und Fachzeitschriften wie Spektrum zur Verfügung und sogar in der Tagespresse sind oftmals interessante Artikel zu finden. Auch im Fernsehen kommen immer wieder Sendungen über diverse astronomische Themen.


Heute wissen wir, daß unsere Sonne ein durchschnittlicher Hauptreihen-Stern der Spektralklasse G2 und der Leuchtkraftklasse V ist und daß unser Sonnensystem im äußeren Drittel einer durchschnittlichen Galaxie liegt, die ihrerseits auch wiederum Teil eines Galaxienhaufens ist.

  Die lokale Gruppe und die Umgebung der lokalen Gruppe    /  Quelle: wikipedia

 

Andromeda Galaxy und Milchstrasse bewegen sich aufeinander zu, werden in 3 Mrd Jahren kollidieren und im weiteren Verlauf zu einer eliptischen Galaxy verschmelzen.  Unsere Sonne wird noch rund 5 Mrd Jahre existieren, bevor sie sich zum roten Riesen aufbläht und die inneren Planeten verschlingt. Bis dahin gibt es noch viel zu entdecken; derzeit wissen wir nicht einmal, woraus 80% des Universums überhaupt besteht. In diesem Zusammenhang kam zunächst die dunkle Materie auf, dann die dunkle Energie. Und was entdecken wir morgen?

Es bleibt spannend!

 

 

 

 

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